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Frankfurt Open - Spekulationen über "hartes Brexit" halten britische Pfund unter Druck

Marktanalysen /
16 Jan 2017

Aktienindizes:

  • Asien: Nikkei (-1.00 %), Hang Seng (-1.22 %), CSI 300 (-0.41 %), KOSPI (-0.61 %), ASX 200 (+0.48 %)
  • Nordamerika: Dow Jones (-0.03 %), S&P 500 (+0.18 %), NASDAQ (+0.48 %), TSX (+0.51 %), IPC (+0.26 %)

Rohstoffe:

  • WTI Crude $52.46 (+0.17 %), Brent Crude $55.55 (+0.18 %), Natural Gas $3.45 (+0.88 %), Gold $1206.26 (+0.74 %), Copper $268.50 (-0.19 %)

CFTC Marktpositionierung:

  • EUR short 66K vs 70K short last week.
  • GBP short 66K vs 65K short last week.
  • JPY short 80K vs. 87K short last week.
  • CHF short 14K vs. 13K short last week.
  • CAD short 8K vs 4K short last week.
  • AUD short 4K vs 2K short last week.
  • NZD short 14K vs 11K short last week.

Die britische Zeitung Sunday Times berichtete am Wochenende, dass Premierministerin Theresa May in ihrer Rede morgen ein "hartes Brexit" signalisieren wird, was bedeuten würde, dass Großbritannien den europäischen Binnenmarkt verlassen wird. Das Ziel von May wäre es damit, bessere Kontrolle über die britische Grenze zu erlangen, sowie die Möglichkeit zu haben, eigene Handelsabkommen abzuschließen.

Investoren und Händler in Asien reagierten beunruhigt. GBP/USD öffnete bei 1.20 in Neuseeland, rund 200 Pips tiefer als beim Abschluss des Handelstages am Freitag. Das Pfund erholte sich zwar leicht nach den Kommentaren von Donald Trump, dass ein Handelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien "schnell und sauber" ausgeführt werden wird, groß beruhigen konnte dies die Märkte jedoch nicht.

Ein hartes Brexit scheint nun wahrscheinlich, und das britische Pfund könnte in so einem Szenario schnell auf ein Level von 1.10 gegenüber dem Dollar fallen. Jedoch würde auch der Euro unter Druck kommen. Einerseits würden die Exporte aus der Eurozone fallen, die gegenüber Großbritannien zurzeit 13 % des Gesamtwertes betragen. Noch grösser ist jedoch die Angst, dass das Brexit zu einem politischen Effekt führen wird, und es bald noch weitere Länder geben wird, die ein Referendum zum Austritt aus der EU durchführen werden. Die EU kann zwar noch einen Austritt von Großbritannien verkraften, aber einen Ausstieg eines der Gründungsmitglieder kaum.

Allgemein wird 2017 ein Jahr in dem eher die politischen Ereignisse im Fokus der Euro-Händler stehen werden. Anstatt die wirtschaftlichen Daten und die EZB-Politik, werden es jetzt Brexit, Trump und die Wahlen in Deutschland, Frankreich und Italien sein, die zu den großen Preisschwankungen in den Märkten führen werden.

Zurück zum britischen Pfund: Technisch gesehen kann in GBP/USD keine große Unterstützung bis zu 1.1841 erwarten, dem Tief vom Oktober-Crash. Widerstand kann bei 1.2120 erwartet werden (dem Tief vom Freitag), gefolgt von 1.22 (dem Hoch vom Freitag). Meistens werden die Weekend-Gaps noch in der gleichen Handelswoche geschlossen, vor der May-Rede morgen wird dies jedoch kaum geschehen. Wie auch immer das Ergebnis aussehen wird, morgen kann man auf jeden Fall mit hoher Volatilität in allen GBP-Paare rechnen.

EUR/GBP - Ein Bruch durch den Widerstand bei 0.8850 würde den Weg für einen Test von 0.9030 (November 2016 Hoch) frei machen. Zwar zeigt der Daily RSI einen leicht überkauften Markt an, jedoch bleibt das Momentum stark, und bei einem harten Brexit wäre das Währungspaar schnell wieder über 0.90.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich ebenfalls beunruhigt. Japan und Hong Kong schlossen den Handelstag mit einem Minus von 1 % ab, während der chinesische CSI 300 Index 0.50 % an Wert verlor. Lediglich der australische ASX 200 konnte den Tag mit einem positiven Resultat abschließen (+0.50 %).

Im Devisenmarkt war aufgrund der Risk-Off Stimmung der japanische Yen gefragt. USD/JPY fiel von 114.50 auf ein Tief von 113.85, und es scheint sehr wahrscheinlich, dass wird bald ein Test der 113 Unterstützung sehen werden. Ein Bruch unter diesem Preisniveau würde ein tieferes Retracement signalisieren, bis mindestens 111.40.

Die Edelmetalle profitierten ebenfalls von der negativen Stimmung in den Märkten. Gold stieg wieder über $1200, während Silber auf $16.90 kletterte. Gold testet zurzeit den Widerstand bei $1206, und ein klarer Bruch würde signalisieren, dass wir bald einen Test von $1250 sehen könnten. Der kurzfristige Ausblick für Silber ist ebenfalls positiv, jedoch ist das Momentum dort schwächer, und man muss mit starkem Widerstand bei $17.20 rechnen. Deswegen wäre Gold hier die bessere Wahl, da es nach $1206 kaum noch starken Widerstand bis $1250 geben wird.

Diese Woche steht so einiges auf dem Wirtschaftskalender. Morgen wird Großbritannien ihre neuesten Inflationsdaten veröffentlichen, und Premierministerin May wird ihre Brexit-Rede halten. Außerdem wird das ZEW die Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Eurozone bekanntmachen.

Am Mittwoch werden die deutschen und amerikanischen Inflationsdaten, sowie die britischen Arbeitslosenzahlen im Fokus der Händler stehen. Die kanadische Zentralbank wird außerdem über ihren Zinssatz entscheiden, jedoch erwartet der Markt keine Veränderung.

Am folgenden Tag wird die EZB über ihre Geldpolitik entscheiden. Die Händler erwarten, dass sowohl die Zinssätze als auch die Größe des QE-Programmes unverändert bleiben werden.

Am letzten Tag der Handelswoche können sich die Händler auf die neuesten GDP und Retail Sales-Daten aus China freuen, sowie Inflationsdaten aus Kanada.

Wirtschaftskalender:

  • 10:00 GMT - Euro Zone Trade Balance
  • 18:30 GMT - Bank of England Governor Carney speaks
  • 21:00 GMT - New Zealand NZIER Business Confidence

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